2012: Top 10 Musikvideos

Das Musikvideo ist tot, lang lebe das Musikvideo! MTV und Viva mögen im Popgeschehen nichts mehr reißen, doch dem Internet sei Dank hat der Musikclip eine neue Heimat gefunden. Das Format lebt und ich möchte im ersten Part meines dreiteiligen Jahresrückblicks meine zehn Lieblingsclips aus 2012 vorstellen. Hierbei gilt: Ich habe nicht das ganze Netz nach besonders tollen, obskuren Clips durchstöbert, sondern stolpere natürlich in erster Linie über Videos jener Künstler, die ich ohnehin verfolgt habe. Aus diesen geht folgende Top-10 hervor. Das Hauptkriterium für das Ranking besteht übrigens nur zweitrangig in der Klasse des Songs, im Mittelpunkt steht die Umsetzung ins Video-Format. Der Countdown kann beginnen:

10. Chairlift – Met Before
Regie: Jordan Fish

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Nach einem Crashkurs in Sachen Parallele-Welten-Theorie (Fun Fact: Diese Theorie stammt von Hugh Everett, dem Vater von Mark Oliver Everett von den Eels) übernehmen wir das Ruder: Met Before ist ein interaktives Video, das uns zwei Dinge zur Auswahl stellt, die darüber entscheiden, was als nächstes passiert. Das Musikvideo 2.0!

Met Before stammt aus dem Album Something.

09. Regina Spektor – Don’t Leave Me (Ne me quitte pas)
Regie: Ace Norton

Genau so habe ich mir einen Tag im Hause Spektor immer vorgestellt.

Don’t Leave Me (Ne me quitte pas) stammt aus dem Album What We Saw from the Cheap Seats.

08. Grimes – Oblivion
Regie: Emily Kai Bock

Hier paart sich der Comicfigur-Charme von Grimes mit betont männlichem Umfeld, wie dem Football-Platz, der Motocross-Strecke oder dem Pogo-Kreis. Schön, wie ein schräg herumtänzelndes Mädchen mit Kopfhörern und bunten Haaren diesen Orten ihre Härte nehmen kann.

Oblivion stammt aus dem Album Visions.

07. Marina and the Diamonds – Power and Control
Regie: Casper Balslev

Die visuelle Umsetzung von Electra Hearts „Ballade“ von den Machtkämpfen innerhalb einer Beziehung gewinnt vor allem dadurch, dass sie zwei Charaktere zeigt, die nur äußerlich der Standardbesetzung eines Liebesliedes gerecht werden.

Power and Control stammt aus dem Album Electra Heart.

06. Scott Walker – Epizootics!
Regie: Olivier Groulx

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Von einem Scott Walker-Video sollte man sich ebenso wenig eine durchgehende Handlung und gewöhnliche Charakterzeichnung erwarten, wie von seinen Tracks Songstrukturen und nachvollziehbare Arrangements. Olivier Groulx findet dennoch die richtigen Bilder, um den verstörenden Gehalt der 10-minütigen Alptraumklangwelt von Epizootics! noch eindringlicher zu machen.

Epizootics! stammt aus dem Album Bish Bosch.

05. Kendrick Lamar – Swimming Pools (Drank)
Regie: Jerome D. Hurd

Swimming Pools (Drank) hat eigentlich fast jedes Hip-Hop-Klischee: die Tänzerin, das wippende Auto, die Drogen-Party und natürlich den performenden Rapper. Doch jedes wird so trostlos in Szene gesetzt, dass das Ergebnis eine melancholische Variante von dem ist, was in seiner ungebrochenen Form auf MTV inzwischen jede Aussagekraft verloren hat.

Swimming Pools (Drank) stammt aus dem Album good kid, m.A.A.d city.

04. Fiona Apple – Every Single Night
Regie: Joseph Cahill

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Noch ein verstörendes Video, allerdings in etwas ordinärerer Form: Fiona Apple performt ihren Song, wie man es von Musikclips so kennt, lässt sich dabei aber von Schnecken bedecken oder wandert auf einer Brücke vor einer Riesenkrake herum. Eine beunruhigende Umsetzung der Unruhe, die dem Track innewohnt. Und die sich an dieser Textzeile aufzuziehen scheint: „Every single night’s a fight with my brain“

Every Single Night stammt aus dem Album The Idler Wheel Is Wiser Than the Driver of the Screw and Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Ever Do.

03. St. Vincent – Cheerleader
Regie: Hiro Murai

„I don’t wanna be a cheerleader anymore“: Annie Clark als lebendes Ausstellungsstück, dem seine Beweglichkeit zum Verhängnis wird. Oder doch irgendwie zur Befreiung?

Cheerleader stammt aus dem bereits 2011 erschienenen Album Strange Mercy.

02. Bat for Lashes – Laura
Regie: Noel Paul

Schöner wurde 2012 in keinem Video getanzt: Im Spiel mit Alt und Jung liegt die Schönheit der Titelfigur des Songs und des Clips in ihrer Zerbrechlichkeit.

Laura stammt aus dem Album The Haunted Man.

01. The Shins – Simple Song
Regie: Daniel Kwan & Daniel Scheinert

Der dahingeschiedene James Mercer schickt seinen Nachwuchs aus Rache auf eine Jagd durch das von schlechten Erinnerungen durchzogene Familienhaus. Zynisch und anrührend zugleich.

Simple Song stammt aus dem Album Port of Morrow.

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